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Selbstdarstellung
Aufgaben und Ziele der Fachgruppe Lebensmittelverfahrenstechnik
Fachgruppe Lebensmittelverfahrenstechnik Vorsitz: Prof. Dr.-Ing.
Heike P. Schuchmann, Karlsruher Institut für Technologie KIT Stellv. Vorsitz: Prof. Dr.-Ing. W.
Sitzmann, Amandus-Kahl GmbH & Co., Reinbek Die
Lebensmittelverfahrenstechnik befasst sich mit der Technik der
Umwandlung (Veredelung) von biologischen Ausgangsstoffen zu
verbrauchergerechten Lebensmitteln oder der Vermeidung von
Stoffänderungen in Lebensmitteln (Qualitätserhaltung) während der
Lagerung und Distribution. Mit Hilfe wissenschaftlicher Prinzipien
werden Maschinen, Apparate, Anlagen sowie Verfahren geplant, entwickelt
und eingesetzt, um Rohstoffe zu Verbraucherwünschen angepassten
Lebensmitteln zu verarbeiten und diese Qualität zu konservieren.
Hierbei sind die jeweiligen Stoffeigenschaften und Besonderheiten der
Lebensmittel zu beachten und die Erkenntnisse aus den beteiligten
Naturwissenschaften bzw. der Lebensmittelwissenschaft und der
Ernährungsphysiologie zu berücksichtigen. Die
Lebensmittelverfahrenstechnik lässt sich gegenüber der allgemeinen
Verfahrenstechnik hauptsächlich durch die Besonderheiten der Rohstoffe
und der Qualität der Endprodukte kennzeichnen. Die Rohstoffe sind fast
ausschließlich pflanzliche und tierische Produkte oder nichtlebende
biologische Rohstoffe (z.B. Milch). Sie unterliegen starken
Veränderungen durch mikrobiologische, enzymatische, chemische,
physikalische und biologische Vorgänge; daher ist häufig eine schnelle
Verarbeitung nötig. Typisch sind erhebliche Eigenschaftsschwankungen
der biologischen Ausgangsstoffe. Es ist daher vielfach erforderlich,
die Verfahren an die jeweils verfügbaren Rohstoffqualitäten anzupassen.
Die Qualität der Endprodukte ist durch sensorische Eigenschaften wie
Geschmack, Geruch und Textur geprägt, die vom Verbraucher subjektiv
empfunden werden. Durch eine aufwändige Sensorik mit Hilfe eines
geschulten Personenkreises ist teilweise eine Objektivierung der so
ermittelten Eigenschaften möglich. Andere objektive Kriterien zur
vollständigen Qualitätsbeurteilung sind selten und meist unvollkommen.
Eine weitere Besonderheit des Fachgebietes liegt in der irrationalen
Kaufentscheidung des Verbrauchers. Dadurch sind objektive Kriterien zur
Festlegung der Qualität von Lebensmitteln zusätzlich erschwert. I.
Aufgaben und Ziele Die Hauptaufgabe der Fachgruppe besteht darin,
dem in der Lebensmittelverfahrenstechnik tätigen Personenkreis ein
Forum für den technisch-wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch zu
bieten. Einmal jährlich finden Vortragsveranstaltungen statt, meist ergänzt durch Postersektionen, zu
denen Vertreter aus Forschung und Entwicklung (Industrie, Hochschulen,
Forschungsinstitute),der produzierenden Ernährungsindustrie,des
Maschinenbaus, der Apparate- sowie der Anlagenindustrie und der
Verpackungsindustrie eingeladen werden, um über die neuesten
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu berichten und zu diskutieren.
So ist der interne Charakter der Veranstaltungen eine wesentliche
Voraussetzung dafür, dass zwischen den Fachleuten auch über Firmen- und
Institutsgrenzen hinaus offen und in gegenseitigem Vertrauen über
Lösungen von Fachproblemen diskutiert wird. Für junge Wissenschaftler
bzw. Doktoranden bieten die Veranstaltungen ein Forum, ihre
Untersuchungsergebnisse einem fachkundigen Gremium vorzustellen. Ferner
sieht die Fachgruppe ihre Aufgabe darin, Forschungsschwerpunkte
vorzubereiten, zukünftige Forschungsthemen untereinander abzustimmen und
für eine Förderung zu empfehlen. II. Schnittstellen zu anderen Gremien
Die Lebensmittelverfahrenstechnik enthält fast die gesamte
Verfahrenstechnik von Zerkleinerungs- zu Agglomerationstechniken, von
Trocknungs-, Extraktions-, Misch- und Gefrier- zu Sterilisierverfahren
und viele weitere mehr. Die Fachgruppe hat sich der Fachgemeinschaft
Partikeltechnik und Produktdesign zugeordnet, der auch zuvor genannte
Gremien angehören. Dient der Einsatz von Mikroorganismen oder
isolierten Enzymen zur Herstellung von Lebensmitteln, so ist dieses
Spezialgebiet der Bioverfahrenstechnik ebenfalls ein Teil der
Lebensmittelverfahrenstechnik. Schnittstellen über ProcessNet-Gremien
hinaus sind: - National:
- Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V.,
- Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen e. V.
- Deutsche
Untergruppe (GeFFoST) der IUFoST (vgl. International)
- Verbände der
deutschen Ernährungsindustrie.
- International:
- International Union in
Food Science and Technology (IUFoST)
- Food Working Party (FWP) der
European Federation of Chemical Engineering (EFCE)
Erwähnenswert sind
hierbei auch die angrenzenden Natur- und Wirtschaftswissenschaften
sowie z.T. die Sozialwissenschaften. III. Arbeitsschwerpunkte Die Fachgruppe ist zuständig für den gesamten Bereich der
Lebensmittelverfahrenstechnik, wobei es die Breite des Fachgebietes
erfordert, Schwerpunkte zu setzen. Dazu zählen: - Mikrostruktur und
Textur von Lebensmitteln
- Lebensmittel-Partikeltechnik und
Produktgestaltung
- Steriltechnik, thermische/athermische Verfahren zum
Haltbarmachen von Lebensmitteln (Pasteurisieren und Sterilisieren)
- Funktionelle Lebensmittel (Bioaktive Inhaltsstoffe und deren
Formulierung)
- Trocknung von Lebensmitteln
- Weitere Themen sind:
- Enzymtechnik
- Membranverfahren
- Reaktionskinetik
- neue Verfahren (Hochdruck,
Elektroimpuls, Mikrowelle)
- On-line-Messtechnik zur Prozess-Steuerung und
-regelung
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