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Aufgaben und Ziele der Fachgruppe Partikelmesstechnik

Fachgruppe Partikelmesstechnik

Vorsitzender: Prof. Dr. B. Sachweh
Stellvertretender Vorsitzender: Dr. habil. M. Stintz

 

I. Ziele

Die Fachgruppe beschäftigt sich mit der Charakterisierung disperser Systeme. Schwerpunktmäßig sind dieses partikuläre Systeme in der Verfahrenstechnik und Umwelt, also Feststoffe wie Granulate, Pulver, Stäube, Suspensionen, Pasten und Slurries, sowie Emulsionen, Dispersionen, Schäume und Aerosole. Darüber hinaus aber auch komposite Phasen (z.B. Suspoemulsionen) und Mischungen, und auch biologische Systeme (Zellen in Fermentern). Nicht zuletzt auch Strukturen in 3, 2 (Oberflächen) und 1 Dimension (Filamente, Fasern). Die Größenskala reicht dabei von < 10 cm (Baustoffe, Rohstoffe) bis zu < 1nm. Unter Charakterisierung versteht sich vordergründig die Bestimmung der Partikelgröße, aber in zunehmendem Maße auch die Bestimmung von Konzentration, Form, Farbe, Oberfläche, Anordnung, Geschwindigkeit und Struktur von Partikeln, sowohl "zählend" am Einzelpartikel als auch integral am verteilten Kollektiv.
Die FGr betrachtet den Betrieb und den Vergleich existierender Geräte und Methoden, und unterstützt die Entwicklung neuer Messmethoden und -verfahren. Auch die verfahrenstechnische Nutzung von Messdaten ist ein wichtiges Thema, z.B. für Prozessregelungen und Simulationen. Die FGr sieht sich als ein Gremium, in dem Hochschulen, Industrie und Messgerätehersteller gemeinsam den Stand der Technik bewerten, Verbesserung bestehender Systeme anregen und neue Entwicklungen initiieren.

II. Schnittstellen zu anderen Gremien

Die Partikelmesstechnik ist ein Querschnittsthema, das Anknüpfungspunkte zu allen anderen Fachgruppen der Verfahrenstechnik und Chemie aufweist, aber auch zur Pharmazie, Physik, Biologie und Medizin. Besonders enge Beziehungen bestehen zur FGr Mehrphasenströmungen und der FGr Grenzflächen. Den interdisziplinäre Charakter des Arbeitsgebietes erkennt man daran, dass neben Verfahrensingenieuren auch Chemiker, Physiker, Maschinenbauer und viele andere Disziplinen vertreten sind. Schnittstellen bestehen zu vielen europäischen und internationalen Normungsgremien in CEN, ISO und ASTM.

III. Arbeitsschwerpunkte

  • On-Line-Methoden:
    z.B. Überwachung und Regelung von Produktionsprozessen (Mahlung, Siebung, Granulation)
  • Aerosolmesstechnik:
    z.B. Emissionsmessungen, Produktcharakterisierung im Rahmen toxikologischer Studien
  • Messtechnik für Submikrometer- und für Nanopartikel:
    Messung von Partikelsystemen unter Einbeziehung der Partikelwechselwirkungen, z.B. zur Qualitätskontrolle, zur Steuerung bei der Produkt- und Verfahrensentwicklung
  • Hochgenaue Labormethoden, Referenzmethoden
    z.B. Bildanalyse

IV. FuE-Schwerpunkte

Schwerpunkte für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind unter anderem die Optimierung sowie Neuentwicklungen von Messverfahren, die Verknüpfung von Informationen verschiedener Messverfahren (mehrdimensionale Messverfahren), Optimierung präparativer Methoden zur Erfassung disperser Zustände, Ausbau der online - Messtechnik, intensivere Kopplung der aus den verschiedenen Messverfahren gewonnen Ergebnisse mit Prozessmodellen, die Weiterentwicklung von Probenahmestrategien gerade auch im Hinblick auf die hochdynamischen Vorgänge in konzentrierten Systemen insbesondere auch im Nanometerbereich.

Mai 2007

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