Arbeitsausschuss
Risikomanagement
Vorsitzender: Dr.-Ing. Eric Leimer, Linde AG, Pullach
Stellvertretende Vorsitzende: Dipl.-Ing. Margit Hahn, Infracor GmbH, Marl
I. Ziele
Der
Arbeitsausschuss sieht seine zukünftige Aufgabenstellung nicht mehr allein
in der Auseinandersetzung mit der nationalen Umsetzung der Störfallverordnung,
sondern vielmehr in einem Beitrag zum umfassenden, technischen Risikomanagement
bzgl. der Anlagensicherheit. Hierbei sollen Risiken für
1.
Personen,
2.
Umwelt und
3.
Produktionseinrichtungen
betrachtet
werden, die in stoff- und prozessbedingten Gefahrenpotentialen begründet
sind. Hierbei konzentriert sich der Ausschuss weiterhin auf die Betrachtungen
von Anlagen, die in den Gültigkeitsbereich der Störfallverordnung fallen.
Um den neuen, dargestellten
Anforderungen gerecht zu werden, hat sich der Arbeitsauschuss die folgenden
Ziele definiert:
-
Sammeln von
Informationen zu dem oben dargestellten Aufgabenbereich
-
Bewertung
unterschiedlicher Ansätze und Methoden des Risikomanagements
-
Bildung von Netzwerken
und Austausch mit nationalen und europäischen Ausschüssen, die gleiche oder
angrenzende Themen behandeln
-
Identifizierung
weiteren Forschungs- und Entwicklungsbedarfs
II. Schnittstellen zu anderen Gremien
Der
Forschungsausschuss
"Sicherheitstechnik
in Chemieanlagen" sowie die Arbeitsausschüsse
Reaktionstechnik sicherheitstechnisch
schwieriger Prozesse und
"Sicherheitsgerechtes Auslegen von
Chemieanlagen" beschäftigen sich nach
Bedarf mit aktuellen Schadensereignissen.
Der Arbeitsausschuss Anlagensicherung mit Mitteln der Prozessleittechnik beschäftigt sich mit der Umsetzung der
sicherheitstechnischen Anforderungen und dem Nachweis der SIL-Anforderungen für
sicherheitsrelevante Schaltungen.
III. Arbeitsschwerpunkte
In der deutschen
verfahrenstechnischen Industrie werden
qualitative
Risikobetrachtungen
in den verschiedensten Formen eingesetzt. Gegen
quantitative Verfahren bestehen noch Vorbehalte bei der Anwendung. Da europäische
Richtlinien und weitere internationale Normen in zunehmendem Maße quantitative
Risikobetrachtungen verlangen, sieht der Arbeitsausschuss hierin einen
zukünftigen Schwerpunkt seiner Arbeit. Die folgenden Punkte werden vorrangig
bearbeitet:
1.
Bewertungs- und
Akzeptanzkriterien
Akzeptanzkriterien beschreiben das durch gesellschaftlichen Konsens
gefundene akzeptable Restrisiko. Amtliche Kriterien wurden in Deutschland
bisher nicht definiert, obwohl dies grundsätzlich auch nach deutschem und
europäischem Recht zulässig wäre. Der Ausschuss will deshalb diskutieren, ob
und gegebenenfalls welche Bewertungs- und Akzeptanzkriterien zum
gesellschaftlichen Konsens und zur Wahrung der Planungssicherheit für die
verfahrenstechnische Industrie beitragen können.
2.
Erfassung verfügbarer
Vorgehensweisen, Rechenprogramme und Zuverlässigkeitsdaten in Deutschland
sowie im internationalen Bereich
Im internationalen Anlagenbau und in der verfahrenstechnischen Industrie im
Ausland wird im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland inzwischen eine
Vielzahl an Vorgehensweisen, Rechenprogrammen aber auch an Zuverlässigkeitsdaten
im Rahmen von quantitativen Risikobetrachtungen eingesetzt. Um eine
detaillierte Übersicht hierüber zu erhalten, sollten diese zunächst erfasst und
bewertet werden.
3.
Diskussion
einer sinnvollen Anwendung quantitativer Ansätze zur Risikobetrachtung in
Deutschland
Der Risikobegriff spielt in der verfahrenstechnischen
Industrie durch zunehmende Internationalisierung, Harmonisierung der Standards
und stärkere Selbstverpflichtung der Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.
Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, möchte der Arbeitsauschuss verstärkt
den sinnvollen Einsatz von quantitativen Risikobetrachtungen in Deutschland
diskutieren. Hierbei sollen die Erfahrungen im internationalen Bereich
berücksichtigt werden. Die Ergebnisse quantitativer Risikobetrachtungen dienen
im Ausland häufig der Kommunikation bestehender Risiken an die Gesellschaft.
Auch für Deutschland kann sich hier eine verbesserte Möglichkeit ergeben,
bestehende Risiken konkret zu benennen und zu kommunizieren.
Neben der Beschäftigung mit
quantitativen Ansätzen wird sich der Ausschuss auch weiterhin mit nicht
quantitativen Verfahren und Themen zum technischen Risikomanagement bzgl. der
Anlagensicherheit auseinandersetzen.
IV. F&E-Schwerpunkte
Forschungsbedarf
sieht der Ausschuss in der Entwicklung praktikabler und zuverlässiger Methoden
der quantitativen Risikoanalyse.
August 2009