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Aufgaben und Ziele des Arbeitsausschusses Feinstäube

Arbeitsausschuss Feinstäube

Vorsitzende: Prof. Dr. R. Zellner, Duisburg-Essen, Prof. Dr. T. Eikmann, Gießen

I. Ziele

Der Arbeitsausschuss befasst sich mit der wissenschaftlichen Bewertung von Entstehung, Vorkommen und Wirkung von Feinstäuben in der Umwelt sowie deren gesetzlicher Regulierung. Die übergeordneten Ziele sind:

  • Diskussion und Bewertung des Standes von Wissenschaft und Technik für die Bildung, die Transformation und die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstäuben in der Umwelt, speziell in Ballungsgebieten;
  • Identifikation von Kenntnisdefiziten sowie des weiteren F+E-Bedarfs;
  • Erarbeitung von wissenschaftlich-technischen Stellungnahmen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz von Feinstäuben;
  • Bewertung von regulatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von Feinstäuben.

Der Arbeitsausschuss bündelt die Expertisen mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften im Bereich der Umweltaerosole/Feinstäube. Um den o.g. Zielen hinreichend Rechnung zu tragen, sind Mitglieder aus allen wesentlichen Fachdisziplinen (Chemie, Physik, Ingenieurwissenschaften, Meteorologie, Medizin) zum Thema im Arbeitskreis vertreten.

II. Schnittstellen zu anderen Gremien

Die Schnittstellen des Arbeitsausschusses zu anderen Gremien sind vielfältig und unmittelbar durch die im Arbeitsausschuss vorhandene Expertise aus physikalischer und atmosphärischer Chemie, Medizin, Toxikologie, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und Administration gegeben. Im Rahmen von ProcessNet gibt es Schnittstellen zu den Ausschüssen "Chemie, Luftqualität, Klima", "Gasreinigung" und "Hochtemperaturverbrennung". Anwendungsbezogene Schnittstellen existieren auch z.B. im Bereich stationärer und mobiler Quellen, wie dem Automobilsektor, der Landwirtschaft, der Energieverfahrenstechnik, Abfallbehandlung und Partikelmesstechnik.

III. Arbeitsschwerpunkte

Der Kernpunkt der Arbeit ist die enge Verzahnung von Grundlagen- und angewandter Forschung zu Feinstäuben/ Aerosolen in der Umwelt, mit besonderer Betonung der Immissionsbelastung, deren gesundheitliche Auswirkung und deren Regulierung.
Folgende Arbeitsschwerpunkte werden im Arbeitskreis Feinstäube behandelt:

  • Erfassung und Bilanzierung der Feinstaubbelastung in Ballungsgebieten, Differenzierung zwischen Umwelt- und Innenraumexposition, natürliche und anthropogene Hintergrundkonzentrationen, Beiträge aus Verbrennungs- und anderen Hochtemperaturprozessen einschließlich des Kfz-Verkehrs;
  • Differenzierung von Emissionsquellen und Emissionen von Feinstäuben nach Größenklassen und Inhaltsstoffen, Quellenidentifikation;
  • Chemische Analytik von Feinstäuben, z.B. spezifische Stoffgehalte bei Quellgruppenanalysen;
  • Prozessbetrachtungen, z.B. quellnahe Prozesse bei industriell emittierten Feinstäuben und Kfz-Emissionen, Feststoffpartikel versus kondensierbare Abgaskomponenten, atmosphärische Alterungsprozesse;
  • Abscheidung und Vermeidung von Feinstäuben in technischen Prozessen einschließlich der Verbrennungsmotoren;
  • Gesundheitliche Bewertung und Risikokommunikation auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie existierender Empfehlungen und Gesetze.

IV. FuE-Schwerpunkte

Schwerpunkte für Forschung und Entwicklung werden aktuell in folgenden Bereichen diskutiert:

  • Wirkung und Wirkschwellen von Feinstäuben, Grenzwerte (Immission, Emission);
  • Entwicklung neuer bzw. verbesserter Messverfahren, Auswahl geeigneter Messstellen und Messstrategien, Probenahmetechniken;
  • Anforderungen und Leistungsfähigkeit von lokalen und regionalen Immissionsmodellen, Modellevaluierung und -anwendung; Weiterentwicklung chemisch-dynamischer Modelle für kleinskalige Anwendungen;
  • Entwicklung von integrierten Bewertungsmodellen zur Ermittlung effizienter Strategien zur Minderung der PM10- bzw. PM2,5-Konzentrationen;
  • Emissionen von Vorläufersubstanzen zur Bildung sekundärer Feinstäube und natürliche Feinstaubemissionen.

April 2007

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