Arbeitsausschuss Konstruktion und Festigkeit im chemischen Apparate- und
Anlagenbau
Vorsitz: Prof. Dr.-Ing. Armin Lohrengel, Clausthal-Zellerfeld
Stellvertretender Vorsitz: Dipl.-Ing. Walter Mündel, Linde AG, Pullach
Der Arbeitsausschuss wurde 2008 durch Zusammenschluss der
Arbeitsausschüsse Beanspruchungsgerechtes Konstruieren und Bauteilverhalten
unter mechanischer Beanspruchung gegründet.
I. Ziele
Der Arbeitsausschuss befasst sich mit allen Fragen der Entwicklung,
Konstruktion und Berechnung von Bauteilen und Anlagenkomponenten, Apparaten und
Maschinen im Bereich der Chemie- und Verfahrenstechnik. Schwerpunktmäßig werden
Themengebiete bearbeitet, in denen die industrielle Praxis weiteres oder neues
Grundlagenwissen benötigt oder neue Erkenntnisse akademisch arbeitender
Forscher an die Praxis weitergegeben werden können, insbesondere im Rahmen der
Erschließung von Optimierungspotenzialen, wenn grundlegende Änderungen des
verfahrenstechnischen Prozesses, der Anlagenverfügbarkeit, der Sicherheit oder
des Umweltschutzes erwartet werden. Der diesbezügliche, von Seiten der
Industrie formulierte aktuelle Forschungsbedarf mündet in die Initiierung von
Forschungsprojekten, deren Bearbeitung vom Ausschuss begleitet und gesteuert
wird.
Darüber hinaus ist es ein unmittelbares Anliegen des Ausschusses, eine
rege Wechselwirkung zwischen Anwendung und Forschung herzustellen. Es wird ein
Forum geboten, auf dem Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler neu
entwickelte Methoden und Problemlösungen vorstellen können, um deren
Praxisbezug zu diskutieren.
II. Schnittstellen zu anderen Gebieten
Schnittstellen ergeben sich naturgemäß zu den Gebieten
Werkstoffentwicklung, Fertigung sowie Verfahrenstechnik und Prozessentwicklung.
Hierzu wird der jeweils erforderliche Kontakt zu anderen Fachgremien bzw.
Fachpersonen hergestellt.
III. Arbeitsschwerpunkte
- Konstruktion und Berechnung von Flanschverbindungen (Festigkeits- und
Verformungsbeurteilung von Norm- und Apparateflanschen einschließlich der zugehörigen
Dichtungen, Weiterentwicklung der Normenwerte)
- Rohrbündelwärmeaustauscher (rechnergestützte Dimensionierung, Beurteilung
von Festigkeit und Schwingungen, Fertigungsfragen)
- Rechnergestützte Planung und
Auslegung von Apparaten, Bauteilen und Anlagenkomponenten sowie Detaillösungen
für Geometrieprobleme
- Konstruktionssystematische Grundlagen zur beanspruchungsgerechten
Gestaltung von Maschinen und Apparaten in der Verfahrenstechnik (neue konstruktive
Lösungen für verfahrenstechnische Aufgaben, Dimensionierung und Optimierung
unter verfahrenstechnischen Gesichtspunkten, konstruktive Lösungen mit neuen
Werkstoffen und Fertigungsverfahren)
- Entwickeln von Berechnungsmodellen und Messmethoden zur Zustandsbewertung
von Bauteilen unter Betriebsbedingungen
- Entwickeln innovativer Werkstoff- und Bauteilsysteme im Hinblick auf
Verfügbarkeit, Sicherheit und Lebensdauer unter Berücksichtigung dominanter Umgebungseinflüsse
IV. F&E-Schwerpunkte
- Festigkeits- und Stabilitätsfragen im Apparatebau
- Dichtungen und Flansche, Behälterabschlüsse
- Methodisches Konstruieren im Maschinen- und Apparatebau
- Konstruieren und Berechnen von Maschinen und Apparaten der Verfahrenstechnik
mit neuen Werkstoffen
- Wechselwirkungen zwischen verfahrenstechnischem Prozess und konstruktiver
Ausbildung der Maschinen- und Apparatestrukturen
- Auswertung von Versagensfällen für die Berechnung und Gestaltung von
Maschinen und Apparaten
- Belastungsanalysen an Maschinen und Apparaten unter einsatzspezifischen
Bedingungen (z.B. dynamische Beanspruchungen, Plastizität, Kriechen und
Relaxation, Betriebsfestigkeit)
Künftige Themen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung werden
generell die Optimierung bestehender und die Suche nach alternativen
Berechnungsmodellen und Messmethoden zur Zustandsbewertung von Bauteilen unter
Betriebsbedingungen betreffen. Darüber hinaus wird die Erweiterung der
Anwendungsmöglichkeiten innovativer Werkstoff- und Bauteilsysteme an Bedeutung
gewinnen.
(Stand: November 2011)