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Preisträger 2008

moellerpreis-2008

Bild v.l.n.r.:
Maike Toivonen (Vorsitzende der Möller-Stiftung), Preisträger Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk, Dr.-Ing. Herman Möller

Johannes Möller-Preis 2008

Am 12. März 2008 wurde an der TU München (Weihenstephan) im Rahmen der gemeinsamen Plenarsitzung des diesjährigen ProcessNet-Fachausschusses “Mehrphasenströmungen“ mit 4 anderen ProcessNet-Fachausschüssen zum zehnten Mal der “Johannes Möller-Preis“ der Möller-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, Hamburg, verliehen. Der mit 5000 Euro dotierte Johannes Möller Preis wird jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der pneumatischen Förderung, der Gas/Feststoffwirbelschichten, der Abscheidung fester Partikeln aus Gasen und der Schüttgutlagerung vergeben. Den Preis erhielt Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk für seine im Jahr 2006 abgeschlossene herausragende Dissertation zum Thema: „Deformations- und Bruchverhalten von kugelförmigen Granulaten bei Druck- und Stoßbeanspruchung“, die im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs 828 unter Betreuung von Prof. Jürgen Tomas an der Otto-von-Guericke-Universität-Magdeburg durchgeführt wurde.

Herr Antonyuk konnte mittels experimenteller Untersuchungen und physikalisch begründeter Modellierung das bedeutsame Problem der Granulatdeformation und des Granulatbruchs bei mechanischer Beanspruchung in Abhängigkeit von Materialeigenschaften und mikromechanischen Partikelwechselwirkungen beschreiben. Ihm ist es gelungen, eine komplexe inhomogene Granulatmikrostruktur, bestehend aus mit Festkörperbrücken verbundenen Primärpartikeln, mit einem Diskreten-Elemente-Modell nachzubilden und durch experimentell erhaltene Daten zu kalibrieren. Dadurch lassen sich die Verteilungen der Spannungen und der Kontaktkräfte über die Primärpartikeln und ihre Bindungen sowie die Belastungsgrößen der Beanspruchungswerkzeuge berechnen. Neben dieser diskreten Modellierung ist besonders bemerkenswert, dass Herr Antonyuk ein kontinuumsmechanisches Kontaktmodell angewendet hat. Seine Arbeiten liefern entscheidende Fortschritte und tiefere Einblicke in die Ursachen und die komplexe Dynamik der Bruchphänomene von Granulaten.

Davon ausgehend lassen sich Schlussfolgerungen ziehen, die für eine optimale Gestaltung technischer Transportvorgänge sowie für die Optimierung der Granulationsprozesse zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften von Granulaten von großer Bedeutung sind.

Herr Dr. Antonyuk, 30 Jahre alt, kommt aus der Ukraine. Er studierte chemischen Maschinenbau an der Universität Donezk und promovierte bereits 2004 im Fachbereich Umwelttechnik an der Nationalen Technischen Universität der Ukraine in Kiew. Seit April 2008 führt er seine Forschungsarbeiten am Institut für Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie an der Technischen Universität Hamburg-Harburg weiter, wo er im Arbeitsbereich von Professor Heinrich eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen will.

S. Heinrich

 

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